Samstag, 17. Dezember 2011

Die Zeiten ändern sich

Mit 15 rennt man noch alle zwei Stunden auf's Klo und hofft, endlich Blut zu sehen.

Mit 39 rennt man alle zwei Stunden auf's Klo und hofft, kein Blut zu sehen.

Meine Hoffnung blieb vergebens. Ich durfte ein paar Tage länger hoffen diesmal. Vielleicht, weil die Punktion einen Tag früher stattfand. Vielleicht weil der Transfer drei Tage früher stattfand.

Am Mittwoch Ende November bin ich jedenfalls mit Blutungen aufgewacht und sofort in die Klinik gefahren. Beim letzten Mal wurde dann noch ein Ultraschall gemacht und die Dicke der Gebärmutterschleimhaut gemessen und die Dosis vom Utrogest erhöht.

Diesmal wurde einfach nur der Schwangerschaftstest per Blutabnahme gemacht. Ich fühlte mich elend. Ich rief Rotz und Wasser heulend meinen Mann an und sagte, dass es wohl wieder nicht geklappt hätte. Und dann rief ich Rotz und Wasser heulend im Büro an und meldete mich krank. Krankgeschrieben wurde ich diesmal auch nicht.

Also ging ich den Rest der Woche ins Büro und sah aus, wie ein zerknautschtes Sofakissen. Meine Kollegen fragten, ob ich krank wäre, ob ich nicht lieber wieder nach Hause gehen wollte. Nicht immer gelang es mir, die Tränen zu unterdrücken.

Doch wie es im Leben so ist, die Erde bleibt nicht stehen. Das Leben geht weiter. Und ehe man sich versieht, wird auch die Trauer kleiner.

Ich weiß nur nicht, wie ich weitermachen soll. Als Selbstzahler nicht, soviel stand schon vorher fest. Denn ich will keine 4000 Euro ins Klo runterspülen. Eigentlich wollte ich wieder die Pille nehmen, um meinen Zyklus endlich wieder zu normalisieren und vielleicht wieder ein paar Kilo abzunehmen. Für Frauen mit Hormon- und Zyklusstörungen ist die Pille nämlich ein Segen.

Ich wollte eigentlich aufhören dürfen, hoffen zu müssen.

Doch etwas hat sich geändert. Das letzte Spermiogramm von meinem Mann hat sich verbessert, so dass es zwar unwahrscheinlich, jedoch durchaus möglich ist, dass wir auf natürlichem Wege ein Baby bekommen. Jetzt kann ich es ihm nicht antun, die Pille zu nehmen, nur weil mich mein Zyklus nervt.

Wie heißt es so schön? Die Hoffnung stirbt zuletzt...

Dienstag, 29. November 2011

Die Warteschleife macht mich verrückt

Was spricht gegen eine Schwangerschaft? Ich habe nächtliche Schweißausbrüche und ein Ziehen in der Leistengegend und seit gestern hin und wieder mal ein Tröpfchen Blut in der Slipeinlage.

Na super!

Was spricht für eine Schwangerschaft? Ich habe ein Ziehen in der Brust und immer noch keine Blutung. Wenn es so wie beim ersten Versuch gelaufen wäre, dann hätte ich am Sonntag meine Tage bekommen und wäre jetzt kreuzunglücklich.

Das Problem ist aber, abgesehen davon, dass ich so uneindeutige Symptome habe, dass all diese Zimperlein auch auf die vielen Medis zurückzuführen sein könnten, denn immerhin bin ich bis unter die Haarspitzen voll mit irgendwelchen Hormonen.

Und was mich jetzt noch besonders fertig macht, nachdem ich mich eigentlich schon zaghaft zu freuen getraut hatte, ist die Tatsache, dass Utrogest die Mens hinauszögern kann. Die Spanne liegt zwischen gar nicht bis zu ein paar (7) Tagen, öffiziell anscheinend nur 2-3 Tage, aber manche Frauen berichten auch, dass sie ihre Mens erst bekommen, wenn sie Utrogest absetzen. Na, toll!

Selbst bei ein und derselben Frau kann die Spanne der Verzögerung enorm sein. Das hängt wahrscheinlich vom Mondzyklus ab, oder was? Ja, ich weiß, der Mensch ist kein Computer, den man programmieren kann. Aber es nervt trotzdem ungemein!

Wir schreiben also Tag 26 meines Zyklusses. Dieses Jahr habe ich immer zwischen 21 und 25 Tagen Zyklus gehabt, Duphaston hat meinen Zyklus auch nicht verlängert damals, und beim ersten Versuch hatte ich am 11. Tag nach dem Transfer eine Blutung. Heute haben wir Tag den 12. Tag nach dem Transfer. Allerdings hat der Transfer auch einen Tag früher stattgefunden, als beim letzten Versuch. Was bedeutet, ich bin also in etwa so weit wie damals, als ich die Träume ins Klo gespült habe.

Und fix und fertig mit den Nerven!

Sonntag, 20. November 2011

Nach dem Transfer

Diesmal blieb der Supergau aus. Es kam zum Transfer. Von den vier Eizellen waren drei reif, zwei ließen sich befruchten, der Vierzeller wurde mir zurückgegeben, der Zweizeller vernichtet, da er zum Einfrieren nicht die erforderliche Qualität hatte. Jetzt fühle ich mich merkwürdig. Mein Bauch fühlt sich an, als würde ich morgen meine Tage bekommen und meine Brüste spannen, als wäre ich schwanger.

Ich weiß, dass unsere Chancen nicht besonders gut stehen, dass es klappt. Im Normalfall ca. 10-15 %, durch die günstigen Bedingungen bei der künstlichen Befruchtung stehen die Chancen ca. 30-35 %. Aber egal was kommt, ich werde mich damit abfinden. Wenn wir noch ein Würmchen bekommen, dann mit dem jahrelangen Schlafmangel und Dauerstress, wenn wir keines mehr bekommen, mit der Tatsache, dass wir kinderlos bleiben.

Mittwoch, 16. November 2011

Dritter und letzter Versuch

So, nun ist hier etwas Ruhe eingekehrt. Umzug gut überstanden, im neuen Job gut eingearbeitet, Genehmigung der Krankenkasse liegt vor. Jetzt habe ich, und das ist schon fast Routine, die Medis für den dritten und letzten Versuch gespritzt, diesmal zusätzlich mit dem sündhaft teurem Pergoveris. Diese Woche war ich bei der Punktion. Es waren wieder nur vier Eierchen. Aber ich hoffe, dass die andere Stimulation nicht dazu gedacht war, die Quantität zu erhöhen, sondern die Qualität. Dann hätten wir nämlich eine höhere Befruchtungsrate und nicht wieder so einen Supergau wie beim letzten Mal, als sich kein einziges Ei hatte befruchten lassen.

Ich bin gespannt...

Sonntag, 8. Mai 2011

Laaaaaange Zwangspause

Manchmal wird man vom Leben überrollt. Und deshalb mussten wir eine Zwangspause einlegen. Wir sind Hals über Kopf umgezogen, damit meine Racker endlich ein eigenes Zimmer haben. Aber wenn sich die richtige Gelegenheit bietet, muss man einfach zuschlagen.

Das zweite Problem, das unser Projekt Kiwu auf Eis gelegt hat, waren Umstrukturierungsmaßnahmen in der Firma. Da musste ich mich plötzlich wieder bewerben und eine neue Stelle antreten. Jetzt muss ich mich erst einmal einarbeiten, bevor ich wieder ans Weitermachen denken kann.

Und drittens war die Genehmigung der Krankenkasse abgelaufen. Ich weiß nicht, wieso das so lange gedauert hat, bis die Genehmigung endlich da war, aber jetzt haben wir sie. Einen weiteren Versuch dürfen wir noch machen. Allerdings muss dies vor meinem 40. Geburtstag passieren.

Ob das unter Zeitdruck gut geht? Lange haben wir nicht mehr...

Freitag, 7. Januar 2011

Vorbereitung auf den letzten Versuch

Die Krankenkassen beteiligen sich an drei Versuchen. Man muss einige Voraussetzungen erfüllen, so muss man verheiratet sein, die Frau nicht jünger als 25 und nicht älter als 40 und der Mann nicht älter als 50 sein. Außerdem gilt die Genehmigung nur ein Jahr, so dass unsere noch bis 31.03.2011 gilt. Also stehen wir jetzt in den Startlöchern zum dritten und letzten Versuch.

Diesmal haben wir uns drei Monate Vorbereitungszeit genommen. Man hofft ja, dass durch irgendwelche Mittelchen die Chancen erhöht werden. So habe ich nicht nur Folsäure/Jod und Schilddrüsenhormone genommen, sondern zusätzlich noch Zink, Magnesium, Kalzium und Omega-3-Fettsäuren. Und dann habe ich noch die Pille kurzzeitig genommen, um meinen FSH-Wert zu senken, und noch Nestreinigungstee getrunken. Vielleicht hilft das ja.

Mein Schatz hat das sündhaft teure Orthomol fertil genommen. Vielleicht hilft das ja auch. Wir werden sehen. Wenn es wieder eine Nullbefruchtung wird, hören wir definitiv auf. Sollten wir eine bessere Befruchtungsrate erreichen und vielleicht sogar Kryos haben, die aber durch Fehlgeburten verlieren, dann wäre zu überlegen, ob wir nicht noch einen vierten Versuch als Selbstzahler starten sollten. Mal sehen...




Samstag, 11. September 2010

Unfruchtbarkeit im Bewusstsein der Bevölkerung

Eigentlich ist der Titel schon total daneben, denn dieses Thema gibt es in der Bevölkerung gar nicht. Wir wachsen mit der Annahme auf, dass wir sofort bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr schwanger werden und wir dies unter allen Umständen vermeiden sollten, wenn wir nicht jedes Jahr werfen wollen. Also schlucken wir die Pille und ziehen Gummis aus Automaten und messen die Temperatur und all dieser Quatsch, um bloß kein ungewolltes Kind zu bekommen.

Wir glauben, dass wir sofort schwanger werden, wenn wir die Pille absetzen. Und bei den meisten Frauen gelingt dies auch nach wenigen Monaten. Manche müssen ein wenig länger warten, bis es klappt. Und manche warten vergeblich.

Erst dann beginnt man sich mit diesem Thema zu beschäftigen. In Deutschland sind etwa 17% der zeugungswilligen Paare betroffen. Die Ursachen sind vielfältig. Bekannt ist wohl, dass manche Männer zu wenig Spermien produzieren. Dass es aber auch Azoospermie gibt, dass im Ejakulat also nicht ein einziger Schwimmer zu finden ist, davon haben wohl die wenigsten schon etwas gehört. Und dann kann einem die Medizin auch nicht weiterhelfen.

Auch bei der Frau gibt es eine Fülle von Ursachen. Z.B. Endometriose, PCO, Chlamydien und viele andere Gründe für Unfruchtbarkeit gibt es, von denen man wohl noch nie etwas gehört hat, es sei denn man ist selbst betroffen.

Eigentlich ist es traurig. Diese Ignoranz der Gesellschaft führt dazu, dass Betroffene lieber schweigen. Männer vielleicht, weil sie glauben, nicht als ganzer Mann angesehen zu werden, wenn sie zeugungsunfähig sind. Die Gründe von Frauen dürften ähnlich liegen.

Und wenn man dann doch mal aus sich raus geht und jemandem erzählt, dass man keine Kinder bekommen kann, dann bekommt man so blödsinnige Ratschläge, wie

- "Macht doch mal Urlaub und entspannt euch. Sonst kann das ja nichts werden!"

- "Trink doch diesen Kindlein-Komm-Tee, bei meiner Bekannten XYZ hat das auch gewirkt und sie war sofort schwanger."

- "Stell dich doch nach dem Sex auf den Kopf, damit die Schwimmer es nicht so schwer haben."

Gutgemeint, aber völlig daneben. Denn wenn es keine Schwimmerchen gibt oder die Frau langsam in die Wechseljahre kommt, dann ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass man einen Secher im Lotto hat, als dass man schwanger wird. Und dieses Bewusstsein fehlt den meisten Leuten.

Warum werde ich nicht schwanger?

Erst einmal muss die Frau einen Eisprung haben. Um den Eisprung herum sind die sogenannten fruchtbaren Tagen, und nur wenn man an diesen Tagen Sex hat, kann sie überhaupt schwanger werden. An allen anderen Tagen kann man rumturnen, soviel man will, da wird nichts draus.

Zweite Hürde: Dann muss der Mann genügend Spermien im Ejakulat haben. 20 Millionen pro Milliliter sind normal. Mit 5 Millionen könnte es sein, dass man vielleicht in ein paar Jahren irgendwann mal schwanger wird. Aber wenn die Zahl noch weiter nach unten geht, dann klappt das auch in 100 Jahren nicht!!! Auch nicht, wenn man sich im Urlaub teetrinkend auf den Kopf stellt.

Dritte Hürde: Die Schwimmerchen erreichen im Eileiter die Eizelle. Vorrausgesetzt der Eileiter ist durchlässig, denn gerade bei Endo-Patientinnen kommt es häufiger vor, dass diese völlig verklebt sind.

Vierte Hürde: Ein Spermium muss in die Eizelle eindringen. Das ist auch nicht so einfach. Leider finde ich den Artikel nicht, aber ich glaube ich habe mal gelesen, dass viele (ca. 100) Spermien überhaupt notwendig sind, damit eines in die Eizelle eindringen kann. Soweit ich mich erinnere, sondern die Köpfe der Schwimmer eine Substanz ab, die die Eihülle durchlässig macht. Es stimmt also schonmal nicht, dass theoretisch ein einziges Spermium ausreichen würde, um eine Schwangerschaft herbeizuführen.

Soweit hat das der Durchschnittsmensch vermutlich auch schon mal gehört und so weiter. Und ab diesem Punkt glauben die meisten, dass dann ein Automatismus abläuft: Ist das Spermium in der Eizelle, ist frau schwanger. Aber auch dem ist nicht so.

Fünfte Hürde: Die Eizelle muss nun befruchtet werden. Bei diesem komplizierten Vorgang kann einiges schiefgehen. Schließlich müssen 46 Chromosomenpaare gemixt und wieder auseinanderklamüsert werden. Der bekannteste Fehler, der hierbei auftreten kann, ist das Down-Syndrom, auch Triomie 21 genannt, da das 21. Chromosom bei diesen Menschen dreifach vorkommt. Da diese Kinder lebensfähig sind und in Deutschland etwa jedes 500. - 800. Kind mit diesem Gendefekt zur Welt kommt, kennt wohl jeder einen Menschen mit Down-Syndrom. Die meisten anderen Gendefekte werden von der Natur aber nicht toleriert und die Eizelle wird sich nach Befruchtung nicht teilen. Vielleicht auch ein Glück, wer weiß, welche Monster wir sonst gebähren würden...

Sechste Hürde: Die befruchtete Eizelle muss sich anfangen zu teilen. Auch dies gelingt nicht jeder Eizelle und hängt sicherlich stark davon ab, wie gut der Verschmelzungsvorgang geglückt ist. Teilt sie sich nicht, wird die Frau völlig normal ihre Periode bekommen und niemals auf die Idee kommen, dass sich eine befruchtete Eizelle in ihrem Körper befunden hat.

Siebte Hürde: Der Mehrzeller muss sich einnisten. Dazu muss zum einen die Gebärmutterschleimhaut genügend aufgebaut sein. Zum anderen muss er stark genug sein, um aus der Eihülle schlüpfen zu können. Ah, spätestens jetzt sagt der eine oder andere wohl, dass er davon noch nie etwas gehört hat. In der Kinderwunschbehandlung kann dem nachgeholfen werden. Die Methode heißt Assissted Hatching, wird aber nicht von allen Kliniken praktiziert. Einer der Gründe ist wohl auch, dass eine Schwangerschaft mit einem Mehrzeller, der den Schlüpfvorgang nicht aus eigener Kraft bewerkstelligen kann, nicht erwünscht ist, da eventuell höhere Fehlbildungsraten erwartet werden könnten, denke ich.

Achte Hürde: Gut, der Mehrzeller ist geschlüpft und macht es sich auf der Gebärmutterschleimhaut bequem. Doch auch hier muss er es schaffen, sich einzunisten. Dies ist ebenfalls ein komplizierter Vorgang, denn zum einen muss das Immunsystem der Frau verstehen, dass es sich hierbei nicht um einen Fremdkörper handelt, den es zu attackieren gilt.

Neunte Hürde: Letztendlich ist dieses Wesen ein Parasit, der mit Nährstoffen versorgt werden will. Also muss es etwas davon abzapfen. Wenn dies gelingt, dann entwickelt sich daraus langsam ein Embryo. Doch oft klappt das nicht, der Zellhaufen stirbt ab und es kommt zu einer verspäteten und etwas stärkeren Blutung. Selbst hier ist vielen Frauen gar nicht bewusst, dass sie bereits ein wenig schwanger waren. Wobei wir wieder bei dem Thema wären, dass ich den Spruch "Ein bisschen schwanger gibt es nicht!" absolut bescheuert finde und ihn wohl auch nur von Leuten zu hören kriege, die im Urlaub teetrinkend Kopfstände machen. Aber darüber hatte ich mich bereits ausgelassen.

Zehnte Hürde: Die ersten 12 Schwangerschaftswochen. Eigentlich sind es nur 10, denn man rechnet immer ab dem ersten Tag der letzten Blutung, dabei ist der Eisprung erst ungefähr zwei Wochen später. Und dann dauert es noch einige Tage, bis sich die befruchtete Eizelle einnistet. Aber egal, nehmen wir den medizinischen Rechenweg und sagen 12. Woche. Innerhalb dieser Zeit kommt es häufig zu Frühaborten. Deshalb sollte man seinem Arbeitgeber auch erst danach erzählen, dass man ein Kind erwartet, denn es ist schon blöd, wenn man dann einen Abort hat und der Arbeitgeber weiß, dass man gerade bastelt. Die Ursachen sind auch hier vielfältig: Abstoßungsreaktionen der Frau, Gendefekte, Hormonstörungen etc.

Elfte Hürde: Hat man die ersten 12 Wochen überstanden, und damit auch die Übelkeit und die Hormonumstellung, kann man schon fast von einer stabilen Schwangerschaft reden. Doch auch das ist ein Trugschluss. Denn die weiteren 12 Wochen bis zur 24. Schwangerschaftswoche ist das Baby außerhalb des Mutterleibes nicht überlebensfähig. Sollte es in dieser Zeit also zu Blutungen kommen oder anderen Komplikationen, könnte es sein, dass man das Baby verliert und es zu einer Fehlgeburt kommt.

Zwölfte Hürde: Ab der 23./24. Schwangerschaftswoche haben Ärzte schon Frühchen durchgebracht. Aber es besteht erhebliche Gefahr für bleibende Schäden. Wünschenswert ist es nicht, dass die Babys schon derart früh auf die Welt kommen. Aber bei Zwillingen ist einer sehr viel längere Schwangerschaft manchmal nicht möglich. Und es gibt auch noch jede Menge andere Gründe, wieso es zu einer Frühgeburt kommen kann: Infektionen, Schwangerschaftsvergiftung (Gestose), Schwangerschaftsdiabetes, Plazentaablösung, Toxoplasmose, Listeriose etc. pp.

Dreizehnte Hürde: Ab der 36. Schwangerschaftswoche ist das Baby schon vollkommen entwickelt und legt die letzten vier Wochen nur noch an Gewicht zu. Nun muss es nur noch auf die Welt kommen. In unseren Breiten gelingt dies in 97% der Fälle problemlos, wobei hier die Kaiserschnitte auch mit eingerechnet sind. Aber man glaubt es kaum, auch bei uns kann es zu erheblichen Komplikationen kommen, die sogar zum Tode des Säuglings und manchmal auch zum Tode der Mutter führen können. Glücklicherweise ist dies jedoch äußerst selten.

Vierzehnte Hürde: Das Baby ist gesund und die Mutter wohlauf. Doch dann kommt das gefürchtete erste Jahr, in dem es zum plötzlichen Kindstod kommen kann. Wir tun alles dagegen, betten die Babys nicht auf dem Bauch und nicht auf Matratzen mit Kokoskern. Trotzdem kann das passieren.

Fünfzehnte Hürde: Hier möchte ich Schluss machen, denn wenn man es bis zum ersten Geburtstag des Kindes geschafft hat, dann kann eigentlich kaum noch etwas passieren. Unfälle und Krankheiten gibt es überall auf der Welt und bedrohen nicht nur Kinder, sondern auch uns Erwachsene. So ist eben das Leben.

So, und der nächste, der mir rät, mich auf den Kopf zu stellen, dem reiße ich denselben ab. Oder wisst ihr eine bessere Methode, um den Leuten klar zu machen, dass Fruchtbarkeit nichts selbstverständliches ist?

Dienstag, 24. August 2010

Angst

Irgendwie war ich so zuversichtig bei der ersten ICSI. Ich dachte, das klappt schon, schließlich war ich schon einmal schwanger. Ich fürchtete nur, dass ich vielleicht wieder eine frühe Fehlgeburt haben würde und es dann erst wieder beim zweiten Versuch klappt. Das hatte ich ja schon. Deshalb wollte ich auch die 2. ICSI so schnell wie möglich anschließend machen, weil ich dachte, das es dann sofort klappt.

Mit einem Supergau, dass sich nicht eine einzige Eizelle befruchten lassen würde, habe ich überhaupt nicht gerechnet. Und jetzt bin ich völlig von der Rolle. Ich meine ich habe wirklich Angst vor dem 3. Versuch. Ich möchte, dass wir möglichst optimal vorbereitet sind und unser Körper mit allen nötigen Nährstoffen versorgt ist. Die muss man mindestens 3 Monate vor Punktion regelmäßig genommen haben (mein Schatz Orthomol fertil plus und ich Magnesium, Zink, Calcium, Folsäure, das Schilddrüsenhormon, Omega3-Fettsäuren und ich werde Nestreinigungstee und Kindlein-Komm-Tee trinken wie eine Kräuterhexe).

Aber die Vorbereitung braucht eben etwas Zeit. Jetzt ist es aber so, dass mein AMH-Wert (Anti-Müller-Hormon) unterirdisch ist und mein FSH einmal erhöht war, also über 20. Ich bin also schon in den beginnenden Wechseljahren.

Jetzt habe ich furchtbare Angst, dass ein paar Monate Pause dazu führen, dass meine Eierstöcke ihre Funktion ganz einstellen und sich dann gar nicht mehr stimulieren lassen. Dann wäre es wirklich das Ende. Finito, aus, vorbei!

Ich werde schnellstmöglich einen Termin bei meinem Frauenarzt ausmachen, damit er mir entweder nochmal die Pille verschreibt, weil das angeblich den FSH-Wert senkt. Oder vielleicht sollten wir doch schon im Herbst mit dem 3. Versuch anfangen, bevor alles zu spät ist.

Dienstag, 17. August 2010

Gesprächstermin

Heute war mein Gesprächstermin nach dem zweiten, fehlgeschlagenen Versuch. FSH ist leicht erhöht, 23, er sollte nicht über 20 sein. Und mein Anti-Müller-Hormonmangel. Die beiden Kandidaten sind daran schuld, dass ich mich nicht so gut stimulieren lasse. Eine Bauchspiegelung hält man nicht für notwendig. Auch sonst gibt es eigentlich keine Untersuchungen mehr, die noch nicht gemacht worden wären.

Jetzt möchten sie probieren, dass ich beim nächsten Versuch noch ein zusätzliches Medikament nehme außer Menogon, das zwar noch mehr kostet, aber dafür die Chancen erhöhen soll, dass sich mehr Eizellen stimulieren lassen. Ach, hätte ich mir nur den Namen des Medikaments nochmal sagen lassen, damit ich beim nächsten Versuch daran erinnern kann. Puregon???

Eine Pause ist aus medizinischer Sicht nicht unbedingt erforderlich, wenn sich nicht so viele Follikel gebildet haben. Aber wenn ich der Meinung bin, ich bräuchte eine längere Pause, ist das auch in Ordnung. Dann müsste eventuell nur die Genehmigung der Krankenkasse verlängert werden und natürlich nochmal ein Blutbild gemacht werden, bevor der nächste Versuch gestartet wird.

Dann hatte ich gefragt, wie das mit Orthomol fertil und Nestreinigungs- und Kindlein-Komm-Tees ist. Wie erwartet gibt es keine medizinisch nachgewiesene Wirksamkeit dieser Nahrungsergänzungsmittel und Tees, es ist eher eine Modeerscheinung, aber schaden tut es auch nicht. Ich muss es auf jeden Fall probieren, denn wenn wir nichts versuchen und es wieder eine Nullrunde wird, dann mache ich mir wahrscheinlich Vorwürfe. Und so kann ich wenigstens sagen, wir haben alles ausprobiert.